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Leseprobe aus:
"Meine Motorradreise über das griechische Festland und den nördlichen Teil von Euböa"
Unsere Kleidung besteht aus einheitlichen Zip-Off Rangerhosen in Bundeswehr - Tarnfarbe, schwarzer leichter Jacke mit Druck hinten, festen Turnschuhen, Klapphelm mit Bluetooth - Sprechfunk und Probiker Aufdruck.
Dieses Outfit erregt doch tatsächlich einige Gemüter, so zum Beispiel an besagtem Wäldchen.
Helm hochgeklappt, Wasserflasche an den Mund gesetzt, per Zufall dabei Blick in den Wald gerichtet.
Da steht ein alter verrosteter VW Bulli, daneben auf Decken eine Familie, sieben oder acht Leute, die Brotzeit machen. Ich deute auf sie um Ernst darauf aufmerksam zu machen, wende mich ab um im Tankrucksack nach was Essbarem zu suchen.
Aus dem Brunnen kommt kein Wasser, irgendwas riecht hier auch ganz komisch – wie frisch geschlachtet - wir beschließen weiter zu fahren.
Hey, was jetzt los, fährt doch der Bulli mit einem Affenzahn aus dem Wald heraus und ab die Straße rauf. Wir schauen uns total verblüfft an, wie schnell die Leute zusammengepackt haben und regelrecht geflüchtet sind, ohne dass wir was davon bemerkt haben.
Nach etwa 5 km bergauf liegt rechts ein großer aufgeschütteter Erdhaufen, nichts besonderes eigentlich, wenn sich da nicht dieser VW Bulli dahinter versteckt hätte. Wir lachen uns scheckert und geben unserem Outfit die Schuld – hat uns da jemand mit dem Militär verwechselt?
Mitten in der Prärie muss Ernst wieder mal für eine Reihe von Fotos kurz anhalten. Hier ist gerade ein super Ausblick in ein Tal mit Flusslauf, man sieht sogar das Wasser reflektieren. Auf der gegenüberliegenden Seite steht ein riesiges Kloster. Ach ja und der Bulli kommt auch gerade um die Kurve und quält sich mit total entsetzten Gesichtern an uns vorbei.
Keine fünf Minuten später waren sie genau vor uns, da wir ja nett sind, winken wir beim Überholen.
Im nächsten Dorf legen wir eine kleine Kaffeepause ein. Endlich Schatten!
Kastraki
In Kastraki angekommen, schlagen wir unser Zelt auf dem Campingplatz Meteora Garden auf. Direkt an der Straße nach Kastráki gelegen und nicht zu übersehen.
Es ist wenig los, die Saison geht zu Ende. Nachdem alle Sachen verstaut sind und das Zelt steht, brühen wir uns ein chinesisches Fertignudelgerichte auf, bevor ich mich um die „Wäsche“ kümmern will.
Nach dem Essen inspizieren wir erst einmal den Platz. Der Pool ist sehr erfrischend, mit Blick auf die Meteora Klöster, der Boden allerdings gehört mal geschrubbt; den Kühlschrank für die Allgemeinheit mache ich auf und genau so schnell wieder zu. Man sollte ihn also unbedingt zu lassen, ebenfalls die Waschmaschine, die mehr trockene Blätter enthält, wie auf dem Platz davor. Ich bin heute zum ersten Mal auf einem Campingplatz. Jeder fängt halt irgendwann an; und dann gleich so etwas.
Leicht säuerlich gehe ich erst mal duschen – pah, was das? – jetzt muss ich noch unter der Dusche hin und her jumpen, damit ich überhaupt nass werde! Tröpfchen für Tröpfchen Qualität – oder wie heißt das?
Mein Ärger hat sich zum achteckigen Hals erweitert und ich reagiere mich beim Wäschewaschen per Hand ab – hier läuft wenigstens das Wasser!
Von einem älteren deutschen Paar, die mit Wohnmobil zwei Felder neben uns stehen, besorge ich mir ein paar Wäscheklammern. Konnte ich wissen, dass ich welche brauche? Schließlich habe ich noch nicht mal eine Wäscheleine eingepackt!
Zum Glück hängt hier eine rum, die jemand vergessen hat und was für eine schöne. Dank dem edlen Spender!
Die beiden sind sehr nett, er meint sogar mit seinem Mofa ein Rennen gegen uns zu fahren. Na dann: „schaun mer mal!“
Ernst marschiert zur Taverne um Wasser zu holen, da kam der Brumpfschrei: „Komm mal schnell her“. Ich renn los. Stolpere noch halber über die Zeltschnur und steh dann entsetzt vor dem Fernseher. Mega Feuerwalze auf der Peleponnes, Olympia in Gefahr und – und – und . Wahnsinn! Das griechische Fernsehen macht Dauerberichte daraus, immer wieder spielen sie die dramatischen Szenen ab. Von da an steht auch mein Handy nicht mehr still, nein keine Sorge, sind noch nicht gegrillt. Selbstironie hilft......
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